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5.000 €, Hausüberwachung, wer kann sich das noch leisten? - Druckversion +- Alarmanlagen-Forum - Alarmforum - Fachforum für Sicherheitstechnik (https://www.alarmforum.de) +-- Forum: Videoanlagen Installation / Planung (/forumdisplay.php?fid=99) +--- Forum: Videoüberwachung / Videoanlagen (/forumdisplay.php?fid=63) +--- Thema: 5.000 €, Hausüberwachung, wer kann sich das noch leisten? (/showthread.php?tid=22822) |
5.000 €, Hausüberwachung, wer kann sich das noch leisten? - sicherheitstechnik-siegen - 23-10-2026 23:12 Ich habe heute ein Angebot abgegeben. Einfamilienhaus, simple quadratische Bauweise, laut meiner Berechnung müssen 6 Kameras herbei, um dem Kundenwunsch zu entsprechen. Kunde fährt einmal im Jahr für zwei Wochen in Urlaub und will im Nachgang schauen, was passiert ist. Zwei Kameras müssen an der Spitze ca. 20/28m überwachen und melden. Dafür benötigt man sehr gutes Material. Ich habe das durch meine Software gejagt und der Preis Leistungs-Sieger war wieder mal Dahua. Das war er aber nur deswegen, weil Reolink in der Standard Version in der Software gar nicht enthalten ist. Zur Info, die Software bezieht sich auf Daten, die seitens der Hersteller genannt wurden. Das Reolink mit gezinkten Karten spielt, weiß meine Software nicht. Kurzum, ich habe das Angebot abgegeben und kurz darauf erhielt ich die Antwort, dass Reolink das selbe Ergebnis zu etwa 35% günstiger liefert. Da bin ich dann raus und überlasse die Erfahrung dem Pseudo Kunden, der sich auf rein tabellarische Datenblätter bezieht. Ihr könnt Euch vorstellen, dass ich nicht begeistert war. Unabhängig davon, dass mir eine günstigere Reolink vorgehalten wird, oder sonst was, muss ich mir die Frage stellen, wer sich eine Hausüberwachung per Kamera überhaupt noch leisten kann. Mal rechnen, eine mittlere Dahua aus der 5'er Serie kostet um die 550,- € (alles davor ist Spielerei), ich will zwei Wochen aufzeichnen, bei 4K und 25 Frames liege ich da bei einer 12TB NAS mit dem Vermerk Surveillance KI, also etwa 620,- € (Tendenz steigend, an dieser Festplatte verdienen wir Errichter 25,- €). Dazu kommt der NVR, das Ganze muss noch installiert (mit Kabelkanälen, etc.), eingerichtet, auf App's installiert und erklärt werden. Da kommt man auf gut 5.000,- € für so eine Videoüberwachung, falls die Verlegung keine besondere Sache ist, also an einem Tag mit 2 Mann erledigt. Mir ist bewusst, dass der derzeitige Bedarf enorm ist, womit ich zu meiner Ausgangsfrage komme, wer sich das noch leisten kann? RE: 5.000 €, Hausüberwachung, wer kann sich das noch leisten? - AaronK - 24-10-2026 00:20 Thereotisch leisten? Sicherlich ne ganze Menge. Bereit das Geld auszugeben? Aktuell wahrscheinlich wenige. Aber die gesellschaftlichen Entwicklungen gehen in die Richtung, dass man sich das in paar Jahren leisten möchte. Ansonsten ist es halt schwierig... Wenn Leute was billigeres nehmen und dann unzufrieden sind, ist es meist zu spät. Trotzdem muss man sich halt auch immer die Frage stellen, ob man nicht doch im günstigeren Preissegment auch mitschwimmen sollte. Aber schwierig... Bringt ja nix, wenns billig war und der Kunde ist unzufrieden. Und sorry, aber ich kanns mir halt auch nicht verkneifen, aber wozu 12TB Speicherplatz? Zitat: ich will zwei Wochen aufzeichnenDSGVO sagt dazu doch eh nein. RE: 5.000 €, Hausüberwachung, wer kann sich das noch leisten? - sicherheitstechnik-siegen - 24-10-2026 01:03 Ich dreh demnächst mal ein Video davon, wenn 4 Kameras vom Distri ankommen und was für eine Arbeit dahinter steckt, bis das man die nebst NVR am nächsten Tag in den Bulli verfrachtet um die zum Kunden zu transportieren, zu installieren und die Endkonfiguration vorzunehmen. Das wird ein großer Aha Effekt. Bei der besagten gut 5.000,- € Installation bleiben mir aktuell vor Steuer und sonstigen Abgaben 940,- € und auch nur dann, wenn ich 6 Stück dieser Standard Installationen im Monat umsetzte. Käme da sonst nichts dazu, beträgt mein aktuelles mtl. Netto 2.700,- €. Das ist nicht schlecht, soweit ok, aber wenn ich bedenke, wie sehr ich mir dafür den Arsch aufreiße, tagtäglich dafür praktisch rund um die Uhr verfügbar bin und dann kommt jemand mit so einem Vergleich ........ Pffffffff RE: 5.000 €, Hausüberwachung, wer kann sich das noch leisten? - angos_ - 24-10-2026 09:56 Moin, ich verlagere jetzt oft mehr Arbeit auf die Baustelle. So sieht der Kunde den Aufwand den ich sonst bequem in der Werkstatt haben würde. Die 5k€ sind bei den Hauspreisen doch ein Witz? Leider wird fast immer an den falschen Stellen gespart. Einem guten Bekannten/Kunden habe ich nach dem er gebaut hat und nichts hat vorbereiten lassen den Karton mit dem Netzwerkkabel zur Selbstverlegung überlassen. Mehr wie reden kann man ja nicht. RE: 5.000 €, Hausüberwachung, wer kann sich das noch leisten? - Funkalarmprofi - 24-10-2026 14:25 (23-10-2026 23:12)sicherheitstechnik-siegen schrieb: ... Kunde fährt einmal im Jahr für zwei Wochen in Urlaub und will im Nachgang schauen, was passiert ist. Und genau da wäre mein Ansatz - ich würde ganz einfach fragen: warum wollen Sie wissen wie der Typ aussah der Ihr Haus ausgeräumt hat? Wäre es nicht viel sinnvoller, wenn man ihn bei der "Arbeit" stört und ihm dann klar macht, dass bereits Gegenmassnahmen angelaufen sind und er besser alles fallen lässt und sich eine andere Spielwiese sucht? Das wird im Regelfall eine klassische EMA und / oder eine Videoüberwachung mit entsprechender Aufschaltung und Reaktion durch die NSL sein. Wer den Gedanken dahinter nicht versteht, der sucht keine Sicherheit sondern eher was zum spielen ... Ich berate daher grundsätzlich in umgekehrter Reihenfolge: erstmal etwas installieren das vernünftig alarmiert und den Täter stört und anschliessend kümmern wir uns um die entsprechende Dokumentation. Und was das Budget angeht: es gibt genügend Argumente, die für vernünftig geplante Sicherheitstechnik mit einem Mindestanspruch an Qualität und Technik sprechen und auch Menschen, die bereit sind dafür zu bezahlen. Wenn der Kunde das nicht versteht, lass' ihn ziehen ... denn am Ende wird auch er irgendwann merken: wer mit Bananen bezahlt, wird es immer nur mit Affen zu tun bekommen. RE: 5.000 €, Hausüberwachung, wer kann sich das noch leisten? - sicherheitstechnik-siegen - 24-10-2026 14:52 Alarmanlage ist in diesem Fall schon vorhanden, sogar mit 3 Außenmeldern. Wenn ich einem Interessierten mit der DSGVO komme und ihm sage das nach 72 Std. überspielt wird, schickt der mich zu Recht nachhause. 2 Wochen sind bei mir so die Mitte der angeforderten Überwachungszeit, da gibt es auch 4 und 8 Wochen, wo die Leute noch mal rein schauen wollen. Die Motivationen sind ja sehr unterschiedlich und nicht immer geht es um Einbruch. RE: 5.000 €, Hausüberwachung, wer kann sich das noch leisten? - Funkalarmprofi - 24-10-2026 15:51 (24-10-2026 14:52)sicherheitstechnik-siegen schrieb: Alarmanlage ist in diesem Fall schon vorhanden, sogar mit 3 Außenmeldern. OK - das ändert natürlich alles. ![]() Und was die Speicherkapazität angeht: ist da wirklich 24/7 gewünscht? Wenn Du das auf Alarme / Bewegung reduzierst, dann kommst Du bei einem Grundstück im "Urlaubsmodus" selbst mit 6 Kameras doch ziemlich sicher mit deutlich weniger hin. RE: 5.000 €, Hausüberwachung, wer kann sich das noch leisten? - AaronK - 24-10-2026 17:07 Zitat: Wenn ich einem Interessierten mit der DSGVO komme und ihm sage das nach 72 Std. überspielt wird, schickt der mich zu Recht nachhause.Da lass ich mich gerne nach Hause schicken, immerhin nehme ich die Anlage am Ende ab, stelle dem Kunden ne Anlagendokumentation mit Datenschutzdokumentation zur Verfügung und müsste entweder einen riesigen Haufen Papierkram unterschreiben lassen und hoffen, dass der Papierkram reicht, dass ein Gericht mich nicht zu Schadensersatz verpflichtet oder dem Kunden den Widerruf des Vertrags gewährt (Hauptleistung kann nicht rechtskonform erfüllt werden), wenn der Kunde Stress mit der Datenschutzaufsicht bekommt. Habe das Problem aber noch nie gehabt. Privatkunden verstehen, dass sie kein Bußgeld oder Klagen wollen, und Businesskunden wollen meist tatsächlich DSGVO-konforme Lösungen und sind froh, dass ich da auch dahinterstehe. RE: 5.000 €, Hausüberwachung, wer kann sich das noch leisten? - sicherheitstechnik-siegen - 24-10-2026 17:14 Mit reiner KI Bewegungserkennung kommt man natürlich sehr weit. Ich befürworte allerdings die Daueraufzeichnung und das war in meinem Umfeld schon mehrmals der richtigere Weg. Ein Beispiel, es wurde in einer Straße in zwei Häusern eingebrochen. Einer der Geschädigten war mein Kunde. Die Alarmanlage ging los, man sah Minutenlang eine Person in den Aufzeichnungen, die zwar nicht maskiert war, aber ein derart südländisches Allerweltgesicht hatte, dass das Ergebnis wohl nicht viel gebracht hätte (zumal sich im Nachgang heraus stellte, dass diese Person noch nicht mal in D gemeldet war). Daraufhin wurden die Aufzeichnungen der letzten Tage gesichtet (Daueraufzeichnung bis weit in die Straße hinein und natürlich nicht DSGVO konform). Im äußersten Winkel der Aufzeichnungen wurde ein Ortsfremder Pkw bemerkt, der immer mal wieder die Aufzeichnung streifte und zwar derart auffällig oft, dass dieser das Interesse weckte. Aufgrund der Entfernung war schwer auszumachen, um welches Model es sich handelte. Es gab aber mehrere Momente, wo sowohl das vordere und hintere Kennzeichen für einen kurzen Moment zu sehen aber nicht zu erkennen war. Ich habe Zugriff auf eine forensische Software (Amped Five in der 2023'er Version) und es dauerte keinen Tag und das Kennzeichen war erkennbar, was letztlich tatsächlich zum Täter geführt hat. RE: 5.000 €, Hausüberwachung, wer kann sich das noch leisten? - sysalarm - Gestern 15:38 <<Da kommt man auf gut 5.000,- € für so eine Videoüberwachung>> Du (ich, und wahrscheinlich viele andere hier) sind meistens sehr kostengünstig, wenn Du das mit dem vergleichst was Du für 5000 beim Notar oder RA bekommst.... Wir sollten stolz sein auf das was wir können (und wir können das weil wir viel Lehrgeld bezahlt haben!) und auf das, was wir anderen mit unserer Expertise so zur Verfügung stellen, dass sie damit umgehen können. Und unsere Leistungen auf keinen Fall unter Wert verkaufen, auch wenn dadurch manchmal ein Geschäft durch die Lappen geht. Musste mal gesagt werden..... RE: 5.000 €, Hausüberwachung, wer kann sich das noch leisten? - sicherheitstechnik-siegen - Gestern 20:04 Es gibt immer noch Leute die gute Produkte und Arbeit wertschätzen. Mir ist aber seit einigen Monaten aufgefallen, dass zwar die Anfragen stabil bleiben, aber nach Ermittlung des Preises deutlich mehr abspringen, als zuvor. Natürlich wird das jemand anderes mit günstigerem Material dann machen und wahrscheinlich sogar noch deutlich mehr verdienen, als wenn ich es mit meinem angebotenen erledigt hätte. Ich weigere mich aber, von meinem Level runter zu gehen. Wenn eine Strecke von 25m gefordert wird, muss da nun mal was passendes und nicht irgend etwas hin. Erst kürzlich hatte ich eine Alarm- und Videoplanung mit Termin vor Ort verloren. Angeboten Lupus XT4 und passender weise Dahua, ringsrum mit Netzwerkkabeln und gewonnen hat ein Mitbewerber aus [...] mit einer Blaupunkt EMA und Eufy Solar Videoüberwachung. Das macht mich sprachlos. ------ EDIT: Herkunftsort des Wettbewerbers entfernt Ollik |